Berufsbezeichnungen

Berufsbezeichnungen: Der Malerberuf ist etwa im 9. Jahrhundert aus verschiedenen Berufstätigkeiten entstanden. Ausgangsberufe waren die Schildmacher, die Wehr- und Prunkschilder herstellten und diese farbig und formal kennzeichneten. Daraus entstand der Beruf der Schilderer, Schildner, Schilter oder Schildermaler, die bereits 1197 ihre erste eigene Zunft in Magdeburg hatten. Aus den Bauberufen entwickelten sich die Maurer, Weißbinder, Klaiber, Putzer, Kälker, Tüncher und Weißmaler. Die Bildschnitzer, die zunächst ihre Bildwerke auch farbig fassten, betätigten sich so auch als Fassmaler.

Die Bezeichnung Maler war von Anfang an eine eigenständige Berufsbezeichnung, die zur näheren Kennzeichnung häufig mit einem anderen Begriff verbunden wurde (z. B. Briefmaler, Buchmaler, Weißmaler etc.). Der Begriff Maler leitet sich ab von Mal. Das Mal kommt aus dem germanischen Sprachbereich und heißt zum einen »etwas Abgemessenes« und zum anderen ein farbiges, vertieftes oder erhöhtes Zeichen (wie Muttermal, Mahnmal, Ehrenmal, Denkmal, Brandmal). Malen heißt demnach so viel wie Zeichen setzen, kennzeichnen, markieren, schmücken, verzieren.

Bezeichnungen zur Unterscheidung von Berufs- und Fachgruppen: Schon im Mittelalter unterschieden sich die Flachmaler von den Fassmalern. Erstere waren Maler, die Flächen bemalt und bearbeitet haben. Dagegen waren die Fassmaler und Polychromierer mit der Fassung und Bemalung von dreidimensionalen Objekten befasst. Der Vergolder war im Mittelalter vielfach als Bereiter bzw. Zubereiter den Malern untergeordnet und konnte selbst die Meisterwürde nicht erlangen. Erst im 15. Jh. gab es eine Vergolder-Meisterprüfung. In der Verbindung mit der Berufsbezeichnung Fassmaler konnte der Vergolder auch Malertätigkeiten ausüben. Der Staffierer oder Staffiermaler (im 18.Jh. Staffirmaler) war nur mit Nebensächlichkeiten, Dekorationen und Schmuckformen (Staffage) und mit Anstricharbeiten befasst. Im 18. Jh. wurde er ein eigener Beruf und unterschied sich damit von den Kunstmalern, die sich, akademisch gebildet, von den Handwerkern abgrenzten. Im 19. Jh. wurde mit dem dekorationsfreudigen Historismus und der Weiterbildung in Fachkursen und -schulen der Dekorationsmaler zur Unterscheidung vom Tüncher und Anstreicher geprägt.

Im 20. Jh. trennten sich etliche Spezialisten vom Malerberuf und wurden eigenständige Ausbildungsberufe. Dazu gehören: Schilder- und Lichtreklamehersteller, die aus dem Schriftenmaler hervorgegangen sind, die Porzellanmaler, die Glasmaler und die Theatermaler (früher auch Kulissenmaler), aus denen sich auch der künstlerische Beruf des Bühnenbildners entwickelte.
Ein Schwerpunkt im Maler- und Lackiererhandwerk ist die Fahrzeuglackierung, und zu den Handlungsfeldern in Bayern und Sachsen gehören die Kirchenmaler. 

Bezeichnungen zur Unterscheidung der organisatorischen Zugehörigkeit: Bis ins 19. Jh. unterschied man je nach Zugehörigkeit: Zunftmaler, das sind Angehörige einer Zunft. Sie unterstanden der Zunftordnung. Freimaler: Sie waren keinem Zwang, aber auch keinem Schutz unterstellt (im Gegensatz: Freimeister, das waren Zunftmeister, die zeitlich befristet keine Steuern zahlen mussten.). Hofmaler unterstanden dem Hofrecht. Konventmaler waren Maler, die einem Kloster angehörten. Landmaler waren nicht organisierte, wandernde Maler. Weitere Berufsbezeichnungen entstanden, um Tätigkeiten und Qualifikationen deutlicher zu machen. Sie lassen sich in einigen Gruppen zusammenfassen: Sehr viele dieser Begriffe sind heute nicht mehr gebräuchlich.

Objektbezogene Berufsbezeichnungen:

  • Briefmaler
  • Buchmaler
  • Kutschenmaler
  • Fahrzeuglackierer
  • Schildermaler
  • Stuben- oder Zimmermaler
  • Theatermaler
  • Baumaler
  • Stadt- oder Fassadenmaler
  • Kirchenmaler

Materialbezogene Berufsbezeichnungen:

  • Tucher
  • Kälker
  • Klaiber
  • Weißbinder
  • Weißmaler
  • Wassermaler
  • Ölmaler
  • Lackierer

Technik- und Tätigkeitsbezogene Berufsbezeichnungen:

  • Tüncher
  • Anstreicher
  • Fugenmaler
  • Freskomaler
  • Damst- oder Behangmaler
  • Patronierer oder Schablonierer
  • Polychromierer
  • Ziermaler
  • Holzmaler oder Maserierer
  • Marmorierer
  • Tapezierer
  • Schriftenmaler

Untergrundbezogene Berufsbezeichnungen:

  • Glasmaler
  • Porzellanmaler

Bezeichnungen zur Verdeutlichung eines Berufsabschlusses im Maler- und Lackiererhandwerk: Bauten- und Objektbeschichter, Maler- und Lackierergeselle, Maler- und Lackierergeselle in der Denkmalpflege, Vorarbeiter im Maler- und Lackiererhandwerk, Baustellenleiter im Maler- und Lackiererhandwerk, Maler- und Lackierermeister, Farb- und Lacktechniker, Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk. Gegenwärtig wird bei allen Berufsbezeichnungen die weibliche und die männliche Form genannt, z. B. Maler- und Lackierermeisterin/Maler- und Lackierermeister.
Das Handwerk des Malers heißt seit 1965 in der Bundesrepublik Deutschland Maler- und Lackiererhandwerk.