27. Oktober 2016

Interview mit Daniel Ette zur Nachhaltigkeit im Betrieb

DA­NI­EL ETTE IST HOCH­SCHUL­DO­ZENT, AU­TOR, GRÜNDER DER BE­RA­TUNGS­AGEN­TUR DENK­WEN­DE UND KLI­MA­SCHUTZ­MA­NA­GER. FOTO: PRI­VAT

Anzeige

CSR steht für Corporate Social Responsibility und trifft auf solche Unternehmen zu, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Soziales Engagement beispielsweise kann ein CSRBestandteil Ihres Betriebs sein – oder eine nachhaltige Firmenkultur. Ergänzend zu dem Interview mit Daniel Ette von der Beratungsagentur DENKWENDE in der Mappe 11/2016, S. 85 (erscheint in Kürze), lesen Sie hier das OnlineInterview zum CSRSchwerpunkt Nachhaltigkeit.   Mappe: Mit welchen Fragen kommen Unternehmen in puncto CSR auf Sie zu?  Daniel Ette: Es ist ein sehr großer Spannungsbogen an CSRAspekten, denen wir in der Beratung von Betrieben begegnen. Wir werden mit unternehmensbezogenen Fragen konfrontiert, z. B. »Wie funktioniert das Umstellen auf Ökostrom ganz praktisch?« oder »Sollten wir keine Kugelschreiber mehr kaufen sondern Bleistifte?«. Oder auch mit Vermarktungsfragen wie etwa »Mit welchen Strategien kann ich meinen Kunden die Vorteile von nachhaltigen Materialien vermitteln?«. Das könnte im Malerhandwerk die Verwendung ökologisch einwandfreier Farben sein. Mappe: Wie unterscheiden sich CSRStrategien in größeren und kleineren Betrieben? D. Ette: Ich arbeite z.B. mit einer Kommunikationsagentur zusammen, die vier Mitarbeiter hat. Das ist natürlich eine andere Hausnummer als ein mittelständisches Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern. Bei kleinen Unternehmen geht es vor allem darum, wie ein nachhaltiges Büro aussehen kann oder ein Firmenlogo so in Auftrag geben wird, dass es zeitbeständig ist – und nicht in 2 Jahren alle Visitenkarten und Briefbögen neu gedruckt werden müssen. Bei größeren Betrieben mit mehreren Mitarbeitern geht es beispielsweise häufig um das Thema Energieeinsparung, das oft in die Thematik der CO2Reduzierung mündet. Mappe: Gab es Ihrer Meinung nach im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung CSRbewusster Betriebe einen Fortschritt? D. Ette: Ja, durchaus. Ich sehe den Fortschritt zum einen auf der Seite der Unternehmenskommunikation. Die Betriebe sagen immer öfter »Wir sind stolz auf das was wir machen und reden auch darüber.« Zum anderen gibt es auf rechtlicher Ebene immer mehr Stellschrauben – wie zum Beispiel Richtlinien der Energieeffizienz –, wodurch auch kleine Unternehmen den Druck verspüren, mehr in dieser Richtung zu tun. Immer mehr Malerunternehmen setzen sich etwa mit den Maßgaben im Bereich Dämmung auseinander. Mappe: Wie würden Sie abschließend die Zukunft von CSR im Handwerk bewerten? D. Ette: Ich habe kürzlich an einem Workshop der Handwerkskammer der Region Ulm teilgenommen. Er drehte sich um die Frage »Wie sensibilisiere ich junge Leuten im Handwerk für das Thema Klimaschutz und bringe ihnen nachhaltige Aspekte im Arbeitsleben nahe?«. Was die Azubis aus dem Workshop mitnehmen sollten, war ein neuer, innovativer Blick auf das Nachhaltigkeitspotenzial ihres Ausbildungsbetriebs. Die positive Resonanz der Betriebe und ihrer Auszubildenden zeigte, das CSR vor allem auch im Handwerk gerne diskutiert wird, jedoch mit viel Ausbaupotenzial verbunden ist.