27. Januar 2015

Die Konsumtrends 2015 für das Malerhandwerk

Hunderte von Webseiten sprechen bereits über die Trends für das Jahr 2015. Diese Liste ist anders. Denn sie ist vor allem an den Konsumtrends 2015 interessiert und sie zeigt, was diese Trends für Sie, den Maler, bedeuten. Jeder Trend ist auch eine Chance, kann Türen zu neuen Kunden und Märkten öffnen.

Hunderte von Webseiten sprechen bereits über die Trends für das Jahr 2015: Über das Internet der Dinge, Smartphones, eine alternde Gesellschaft, 3D Drucker und, natürlich, China. Diese Liste ist anders. Denn sie ist erstens vor allem an Konsumtrends interessiert wie sich die Vorlieben Ihrer Kunden entwickeln und verändern werden. Zweitens und wichtiger zeigt sie, was denn diese Konsumtrends 2015 für Sie, den Maler, bedeuten. Denn jeder Trend ist auch eine Chance, kann Türen zu neuen Kunden und Märkten öffnen oder Profilierungsmöglichkeiten bieten. Erfahren Sie deshalb mehr über die zehn wichtigsten Konsumtrends 2015 im Malerhandwerk und wie Sie diese für sich und Ihren Betrieb nutzen können:  

Trend 1: Kooperativ und Kommunikativ

»Networking« ist zu einem der Zauberworte des 21. Jahrhunderts geworden. Seit moderne Kommunikationstechnologien und das World Wide Web uns eine neue, virtuelle Dimension eröffnet haben, vernetzt sich alle Welt. Zum Beispiel auf Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Pinterest. Sie dienen der Imagepflege, der Werbung, der Rekrutierung von Auszubildenden und der Bindung von Kunden und Kollegen an das Unternehmen. Aber auch abseits des Internets siegt das Netzwerk. Das zeigt sich vor allem bei Kooperationen verschiedener Gewerke für den Kunden. Eine Umfrage des ZDH zu Kooperationen im Handwerk hat ergeben, dass die Nachfrage aus dem privaten, unternehmerischen und öffentlichen Bereich immer individualisierter wird und meist verbunden ist mit dem zunehmenden Wunsch nach integrierten Dienstleistungen, Komplettangeboten und "Leistungen aus einer Hand". Das gibt Auftragsgebern Planungssicherheit und erlaubt es ihnen, ihr Bau oder Renovierungsvorhaben leichter und schneller zu organisieren und umzusetzen.  

Trend 2. Intelligentes Wohnen

Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky entwirft eine Welt, die sich mittels intelligenter Technologie ganz auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Bewohner anpassen lässt. Fenster, die sich von allein schließen, wenn man das Haus verlässt oder die Sicherheit, das Herd und Bügeleisen abgeschaltet sind – das verbinden viele mit einem intelligenten Haus, einem Haus, das sozusagen mitdenkt. Wer Dienstleistungen im Bereich des intelligenten Wohnens anbieten will, sollte sich mit dem Elektrohandwerk in einer Kooperation oder einem Netzwerk zusammenschließen. Potenzielle Arbeitsfelder für Maler liegen hier in der energetischen Sanierung – denn damit eine intelligente Haustechnik Energie spart, muss die Gebäudehülle in einem energetisch optimalen Zustand sein –, in Soundboards oder Wandpaneelen mit eingebauten Lautsprechern, in Trockenbaulösungen mit Kühldecken oder Decken und Wandheizsystemen, in Leuchttapeten oder intelligenten und innovativen Beschichtungen.  

Trend 3: Die alte Republik

Die Bedeutung der älteren Menschen für die Konsumnachfrage wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.  Und ihre Konsumfreude ist groß. Zu den Bereichen, in denen ältere Menschen überdurchschnittlich viel zum Konsum beitragen, zählen neben den Ausgaben für Wohnen vor allem Gesundheitspflege und Freizeitgüter. Allgemein verbringt die Generation 50plus viel Zeit in ihren Wohnungen und Häusern und wünscht dementsprechenden Komfort und Praktikabilität. Nach einer Studie des Bundesverbands Freier Immobilien und Wohnungsunternehmen sind nur rund ein Prozent aller Wohnungen in Deutschland altersgerecht angepasst hier kann der Maler mit Farbkonzepten, gestalterischer Planung und ggf. Trockenbaukonzepten glänzen. Außerdem schätzen ältere Menschen ehrliche und gute Beratung und speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Produkte und Dienstleistungen – Wünsche, für deren Erfüllung das Handwerk prädestiniert ist.  

Trend 4: Stressfaktor Lärm

Die moderne Innenarchitektur nimmt in der Regel wenig Rücksicht auf die Akustik. Sie glänzt mit Sichtbeton, großen Fenstern, glatten Flächen und Natursteinböden, alles so genannte "Schallharte Oberflächen", die den Schall reflektieren und als Nachhall zurückwerfen. Doch es gibt heute fantastische Schalldämpfungsmöglichkeiten für alle Räume und Situationen – und eine wachsende Sensibilität unter der Bevölkerung für gute bzw. schlechte Akustik. Malerbetriebe haben hier gute Möglichkeiten sich als kompetenter Dienstleister zu positionieren – vor allem bei öffentlichen und gewerblichen Auftraggebern mit ihren hochfrequentierten Büro und Verwaltungsgebäuden, Bildungseinrichtungen, Geschäften, Gastronomiebetrieben. Maler können ihre Chancen hier zum Beispiel mit der Montage von Akustiksystemen und ihrem Knowhow vom Trockenbau, aber auch mit der Beschichtung mit Akustikputzen sehr gut nutzen.  

Trend 5: Hauptsache gesund

Gesund leben und wohnen sind große gesamtgesellschaftliche Themen und längst auch ein echter Wirtschaftsfaktor. In Deutschland gilt der Gesundheitsmarkt als der größte und zugleich expansivste Wachstums und Beschäftigungsmotor aller deutschen Branchen.  Ein wichtiges Betätigungsfeld ist für Handwerker deshalb der Bereich des gesunden Wohnens. Zwar ist das Thema Baubiologie und Ökologie im Malerhandwerk noch nicht in der Breite angekommen, doch es wird immer mehr erkannt, dass das Geschäftsfeld nachhaltige Umsatzchancen bietet. Vor allem gegenüber Privatkunden kann es sich lohnen, das Thema Wohngesundheit prominent zu platzieren, folgerte zum Beispiel der Malerbetrieb Anton Geiselhart aus einer Umfrage unter seinen Kunden. Wert auf gesunde Materialien legen Kunden besonders im Schlaf und Kinderzimmer und in Räumen, in denen sie Lebensmittel verarbeiten.  

Trend 6: Rund um die Uhr im Einsatz

Bei den RundumdieUhrService Angeboten konzentrieren sich Angebot und Nachfrage überwiegend auf Notfälle wie Autopannen, geborstene Wasserleitungen, Verstopfungen oder das Gesundheitswesen. Doch in letzter Zeit wird auch in anderen Branchen immer stärker erwartet, dass die Dienstleister ständig verfügbar sind. Der Arbeitszeitexperte Dr. Werner Eichhorst spricht vom Konsumtrend hin zur 24StundenGesellschaft. Auch bei Handwerkern erwarten immer mehr Menschen, dass sie sofort parat stehen, wenn sie anrufen. Privatkunden verlangen zwar seltener Arbeiten bei Nacht, aber wenn der Neubau steht und sie einziehen wollen, darf der Maler ruhig auch am Samstag oder am Wochenende arbeiten. Auf jeden Fall muss er erreichbar sein, wenn ein Kunde anruft oder spätestens am nächsten Tag zurückrufen. Das Risiko dabei ist, dass die breite Masse der Betriebe da nicht mithalten kann. Sie tun sich schwer damit, sich gut zu vermarkten und ihre Reaktionsgeschwindigkeit ist zu langsam. Hierin liegt für gute Betriebe eine Chance indem sie z. B. kurzfristig Besichtigungstermine beim Kunden ausmachen und ihm schnell ein Angebot unterbreiten. Kleinere Betriebe schaffen das oft nicht allein. Hier bieten sich Kooperationen an. Atypische Arbeitszeiten können aber auch problematisch sein, vor allem, wenn sie länger anhalten. Unternehmer in Betrieben mit einem hohen Anteil an unüblichen Arbeitszeiten haben stärker mit Personalproblemen wie Krankheit und Fluktuation zu kämpfen. Letztendlich sind Sie als Unternehmer gefordert, die Möglichkeiten flexibler und atypischer Arbeitszeiten zu nutzen, um sich am Markt gegenüber Kunden und Kollegen vorteilhaft zu positionieren – und kreativ und fair mit Nacht und Wochenendarbeitszeit umzugehen.  

Trend 7: Völlige Sicherheit

Während der Wirtschaftskrise oder in Zeiten von Krieg und Terror im näheren Umfeld verstärkt sich das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen, Angst und Misstrauen nehmen zu. Immobilien versprechen Kapitalsicherheit und Schutz vor Inflation, gleichzeitig sind die Konditionen für ihren Erwerb so gut wie noch nie. Investitionsbereite Haushalte planen, in den nächsten Jahren jeweils über 20.000 Euro für Renovierungen in der Wohnung oder im Haus auszugeben – ein Potenzial, das Sie sich als wertschöpfender Malerbetrieb erschließen können. Unterstützen Sie Ihre Kunden beim Aufwerten Ihres Zuhauses, sei es zur Verschönerung oder zur Werterhaltung. Kooperationen mit Maklern helfen Ihnen dabei. Denn Immobilienkäufer fragen Makler oft nach Handwerkern, und Makler wiederum beauftragen Handwerker oft, um zu renovieren, Schönheitsreparaturen durchzuführen oder Energie einzusparen. Das Thema Sicherheit wirkt aber auch abseits der "Rückbesinnung ins Private" in den Malerbetrieb hinein: bei der innerbetrieblichen Sicherheit, indem Unternehmer die Arbeitssicherheitsstandards einhalten; bei der Sicherheit für Mitarbeiter durch Festanstellung, Übernahmegarantie nach der Ausbildung oder Fortbildungen; und beim Kunden, dem man Sicherheit in den eigenen vier Wänden garantiert, etwa Schutz vor Schimmel oder Schadstoffemissionen aus Farben.  

Trend 8: Onlinehandel

Kunden, Umsatz, Branchen – der Onlinehandel verändert immer schneller immer mehr Bereiche unseres Lebens. 15 Millionen Deutsche kauften 2002 im Netz, 30 Millionen 2008, über 50 Millionen 2014. Händler und Arbeiter ächzen unter den Umwälzungen. Hauptstütze des Onlinehandels sind die InternetPurePlayer wie Amazon oder eBay, die mit ihrem Angebot in die Breite gehen. Aber in der Spezialisierung liegt Potenzial – und das können auch Malerbetriebe für sich nutzen. Auf dem digitalen Markt ist nämlich noch viel Platz. Wer seinen Onlineshop kontinuierlich pflegt, also oft Produkte einstellt und ihn aktualisiert, findet sich schnell weit oben in der GoogleListe  – und das, ohne sich diesen Platz durch viel Geld erkaufen zu müssen. Der eigene Onlineshop bietet die Möglichkeit, Menschen deutschlandweit zu erreichen, den Umsatz zu steigern und die Bekanntheit der eigenen Marke zu erhöhen. Besonders gut ergänzen sich Online und Offlinehandel. Die Umsätze, die der digitale Laden erzielt, werden nahezu vollständig zusätzlich zu den Umsätzen aus dem stationären Handel generiert – ohne, dass Sie extra eine eigene Struktur dafür aufbauen müssen.

 

 

Trend 9: Gerechtigkeit gewinnt immer

Unternehmen und ihr gerechtes Handeln stehen verstärkt im Fokus der gesellschaftlichen Beobachtung. Mitarbeiter wünschen sich eine gerechte Behandlung, Kunden und Lieferanten einen fairen Umgang und ein gutes Gewissen, wenn sie Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen. Kunden zahlen sogar mehr, wenn sie denken, ein faires Geschäft abgeschlossen zu haben. Wer dagegen mit offensichtlichen Billigarbeitern anrückt, der sicht sich der Gefahr ausgesetzt, als ungerecht wahrgenommen zu werden. Solchen Menschen gönnt man den Gewinn nicht. Und die Gesellschaft misst Unternehmen auch an deren sozialem oder Umweltengagement. Engagement verpasst dem Unternehmen ein bestimmtes Image, bestenfalls ein solches, das die bestehenden Kunden oder die Wunschkunden teilen und mit dem sie sich identifizieren können.  

Trend 10: Erlebniskonsum

Der Luxuskonsum verschiebt sich derzeit von der Produkt auf die Erlebnisphase. Immer mehr Menschen in den Industriestaaten suchen das besondere Erlebnis, den Kick beim Extremsport, in der Freizeitgestaltung, beim Einkauf, beim Essen. Events werden daher im Unternehmensalltag eine immer größere Rolle spielen. Dabei geht es zum einen um Mitarbeiter. Mit einer angepassten Eventkultur können Sie Ihre Mitarbeiter belohnen und an das Unternehmen binden. Geeignet sind Erlebnisse, die die Teambildung fördern wie Strategie, Konflikt, Kreativitäts und TeambuildingWorkshops. Wenn es um das Kundenerlebnis geht, kann man zwischen Eventmarketing unterscheiden, das auf ein optimiertes Verkaufserlebnis und höheren Absatz abzielt und den Kundenevents, wo das gemeinschaftliche Erleben und die Kundenbindung im Vordergrund stehen. Beim Eventmarketing werden erlebnisorientierte Unternehmensveranstaltungen oder produktbezogene Veranstaltungen inszeniert mit dem Ziel, emotionale und physische Reize bei der Zielgruppe auszulösen, die deren Einstellung zum Produkt bzw. Unternehmen positiv beeinflussen sollen. Malerbetriebe können auch sinnvolle Dienstleistungen anbieten, die ein Erlebnis für Kunden sind, wie Workshops zu speziellen Techniken wie Lehmputzen, Tadelakt oder Kalkspachteltechniken.