06. Juli 2021

Drei Trittsteine zur Arbeitgebermarke: Harte Fakten

Foto: snyGGG / stock.adobe.com

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Eine Arbeitgebermarke beinhaltet alle Maßnahmen, mit denen sich ein Betrieb als attraktiver Arbeitgeber darstellt und sich so von seinen Konkurrenten abhebt. Natürlich mit dem Ziel, die passenden raren Fachkräfte zum eigenen Unternehmen zu locken. Warum das so wichtig ist, weshalb selbst kleine Betriebe damit erfolgreich sein können und wie der erste Schritt geht, erfahren Sie hier.

Trotz Corona gibt es jede Menge Arbeit im Handwerksbereich, doch leider zu wenige, die sie erledigen können. Personalmangel macht der gesamten Branche die größten Bauchschmerzen. Doch es gibt auch Betriebe im Handwerk, die diese Probleme nicht haben. Wie haben sie das geschafft?

Bewusst oder unbewusst haben sie es geschafft, sich aus der gesichtslosen Masse der Betriebe zu erheben und als attraktiver Jobanbieter für Arbeits- oder Ausbildungssuchende sichtbar zu werden, erklärt Handwerksexpertin Andrea Eigel vom Kaleidoskop Marketing Service. Kurz gesagt: Diese Betriebe haben eine Arbeitgebermarke – auch Employer Brand genannt – entwickelt. Wie jede Marke transportiert auch diese ein klares Bild, sie knüpft an Bedürfnisse an und löst emotional Begehrlichkeiten aus, was schließlich zu »Da will ich arbeiten!« führt. »Auch als Arbeitgeber haben Handwerksbetriebe so viel zu bieten. Warum das nicht zur Geltung bringen und offensiv nach außen tragen?«

Arbeitgebermarke ist in jedem Betrieb machbar

Alle drei Aspekte, also die Kernbotschaften der eigenen betrieblichen DNA für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu überlegen, die eigenen Arbeitgeberstärken zu formulieren und sie plakativ unter die Leute zu bringen, kosten zwar Denk- und Umsetzungszeit. Was sie jedoch nicht kosten, ist viel Geld. Denn sichtbar gemacht werden Arbeitgebermarkenqualitäten dort, wo der Betrieb sowie schon für zukünftige Mitarbeitende greifbar ist: auf der Firmenwebsite, in sozialen Medien, in Pressemitteilungen oder auch als Teil der Fahrzeugbeschriftung und auf Firmenkleidung. Deshalb ist die Entwicklung einer Arbeitgebermarke auch für kleine Betriebe absolut machbar und für größere Firmen geradezu ein Muss!

Die Idee der Arbeitgebermarke ist schließlich der Ansatzpunkt, mit der ein Betrieb die Lösung seiner Personalproblematik vorantreiben kann. Wer den Prozess einmal durchlaufen hat, tut sich in der erfolgreichen Ansprache von Mitarbeiter*innen leichter – ob auf Ausbildungsmessen, in Stellenangeboten oder auch im Bewerbungsgespräch selbst.

Tragen Sie offensiv nach außen, was Sie zu bieten haben!

Doch wie muss man sich den Weg zur Arbeitgebermarke vorstellen? Zunächst sollten Sie sich klarmachen, was Sie Ihrem Personal bereits jetzt schon bieten. Was sind die harten Vorteilsfakten für Mitarbeiter*innen, die Ihren Betrieb auszeichnen? Die Essenz aus dieser Analyse ergibt Ihr Arbeitgeberprofil. Und genau das muss im letzten Schritt dann an den Mann und an die Frau gebracht und über geeignete Kommunikation transportiert werden. Wir beginnen bei den harten Fakten.

Schritt 1: Handfeste Leistungen auflisten

Sie als Arbeitgeber oder Arbeitgeberin haben natürlich längst erkannt, dass Sie mit ganz konkreten Vorteilen Mitarbeiter*innen gewinnen und halten können. Über die Jahre sind sicher viele dieser Leistungen zusammengekommen. Bevor Sie die Summe dieser »Goodies« aus dem Blick verlieren, stellen Sie eine vollständige Liste aller harten Vorteilsfakten zusammen. Die folgenden Checkpoints helfen Ihnen dabei:

Gehalt: Bezahlen Sie übertariflich? Gibt es zusätzliche Boni?

Geldwerte Leistungen: Bezahlen Sie das ÖVP-Ticket oder beteiligen Sie sich daran? Können Mitarbeiter auf den Fuhrpark zugreifen oder haben sie sogar teilweise Firmenfahrzeuge? Gibt es Tankzuschüsse? Stellen Sie Firmen-Handys?

Firmenkleidung: Bieten Sie zusätzlich zur Stellung der Berufskleidung noch weitere Extras, wie einen Waschservice? Können sich die Mitarbeiter*innen z. B. Arbeitsschuhe selbst aussuchen?

Firmenräume: Finden Mitarbeiter*innen in den Sozialräumen, der Werkstatt und im Lager besonders gute Bedingungen vor?

Technische Ausstattung: Schaffen Sie Werkzeuge, Maschinen und Hilfsmittel gezielt unter dem Aspekt der Arbeitserleichterung für Mitarbeiter*innen an? Nutzen Sie digitale Tools, um Kommunikation und Baustellenabläufe für das Personal zu vereinfachen?

Weiterbildung: Welche Qualifizierungsangebote machen Sie Gesell*innen und Meister*innen? Welche Lern-Extras gibt es für Azubis bei Ihnen?

Events: Welche regelmäßigen Firmenveranstaltungen gibt es bei Ihnen – von Weihnachtsfeier über Betriebsausflug bis zum Besuch von Fachveranstaltungen?

Und außerdem: Welche weiteren greifbar vorteilhaften Leistungen bieten Sie Ihrem Team?

Sind Ihnen reichlich harte Fakten eingefallen, die für Ihren Betrieb als Arbeitgeber sprechen? Halten Sie sie unbedingt schriftlich fest. In der nächsten Ausgabe gehen wir Ihre weichen Faktoren an, die enorm wichtig für Ihr Arbeitgeberprofil und bei Bewerber*innen besonders zugkräftig sind. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit den Tipps gerne mit, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf Social Media.

 

In Teil 2 unserer Serie »Arbeitgebermarke« behandeln wir die weichen Faktoren – vom erfreulichem Betriebsklima bis zu weiteren wichtigen emotionalen Extras – die Ihren Betrieb so besonders machen.