10. Juni 2021

PolyStyrene Loop ermöglicht Recycling von EPS-Dämmabfällen

EPS-Dämmabfall kann jetzt in der neuen PolyStyrene Loop Anlage recycelt werden. Foto: PolyStyrene Loop
EPS-Dämmabfall kann jetzt in der neuen PolyStyrene Loop Anlage recycelt werden. Foto: PolyStyrene Loop

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Eine neue PolyStyrene Loop Recycling-Anlage in Terneuzen (Niederlande) kann expandiertes Polystyrol (EPS) wiederaufbereiten. Am 16. Juni geht die Anlage in Betrieb.

„Diese Anlage veranschaulicht, wie die EPS-Industrie stets nach Wegen sucht, um ihre Recycling-Fähigkeiten zu verbessern”, sagt Lein Tange, Co-Director von PolyStyrene Loop. „Das Ziel dieser Anlage besteht darin, den Weg für den Bau ähnlicher EPS-Recycling-Anlagen im übrigen Europa zu ebnen.” Das PolyStyrene Loop-Werk ermöglicht das Recycling von EPS-Dämmabfällen mithilfe eines physikalischen Recycling-Prozesses auf der Grundlage der CreaSolv®-Technologie, entwickelt vom Fraunhofer Institut für Verfahrens- und Verpackungstechnik. Mithilfe dieser Recycling-Technologie entsteht aus dem EPS-Dämmabfall aus Deutschland, den Niederlanden und anderen Ländern ein neuer qualitativ hochwertiger Polystyrol-Rohstoff. Alle Arten von Verunreinigungen werden dabei entfernt sowie der früher verwendete Zusatzstoff HBCD sicher zerstört und wertvolles Brom für neue, umweltfreundliche Flammschutzmittel zurückgewonnen.

Die Anlage in Terneuzen verfügt über ausreichend Kapazität, um jährlich 3.300 Tonnen Polystyrol aus EPS-Dämmstoffabfällen zu recyceln. Die technische, wirtschaftliche und ökologische Tragfähigkeit eines neuartigen Recyclingprozesses wird dadurch bestätigt, da Polystyrolschäume, die das frühere Flammschutzmittel HBCD enthalten, wieder vollständig in die Kreislaufwirtschaft integriert werden können, anstatt für diesen Kreislauf verloren zu gehen. Auch die Rechtsform der Anlage ist einzigartig: Sie wurde von der PolyStyrene Loop Cooperative, einer niederländischen gemeinnützigen Organisation gebildet, und profitiert zudem von einem EU-Förderprogramm.

„Es handelt sich um einen wirklichen Vorteil, dass die Anlage nicht nur den gegenwärtig anfallenden Recycling-EPS-Abfall, sondern auch früheren EPS-Abfall bewältigt”, erklärt Jan Noordegraaf, Co-Director der Anlage. „Darüber hinaus können wir dies mithilfe desselben Energie-Inputs wie mechanisches Recycling bewältigen und die Energie, die wir verwenden, stammt lediglich von Windmühlen.” Die PS-Loop-Anlage ist in der Lage, die Möglichkeit endlosen Recyclings von EPS-Dämmstoff-Abfällen aus dem Bauwesen zu verdeutlichen. Bei EPS handelt es sich um einen leichten Schaumstoff, der aus 98 Prozent Luft und 2 Prozent Material mit hervorragender Schutzwirkung und außergewöhnlichen Wärmedämmeigenschaften besteht. Über den Gebäude- und Straßenbau hinaus findet EPS weitgehende Verwendung in der Verpackungsindustrie, um alles von Haushaltsgroßgeräten bis hin zu empfindlichen Elektronikteilen, frischem Obst und Gemüse, Impfstoffen und selbst Bienen zu schützen.

„Für keinen anderen Dämmstoff ist solch eine Branchenlösung der Kreislaufwirtschaft auch nur in Sicht“, sagt Serena Klein, Geschäftsführerin des Industrieverbandes Hartschaum. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch das Recycling von extrudiertem Polystyrol oder XPS, auch bekannt als StyrofoamTM, möglich sein.

Beim PolyStyrene Loop handelt es ich um eine Kooperative, die über 70 Unternehmen der Polystyrolschaum-Wertstoffkette repräsentiert. Zu ihren Mitglieder*innen gehören Polystyrol-Rohstoffproduzenten, Schaumstoffhersteller, Zusatzstoffanbieter, Schaumstoff-Verarbeiter und Recycling-Betriebe sowie EUMEPS, der Verband und das Sprachrohr der europäischen Hersteller von expandiertem Polystyrol. Der Industrieverband Hartschaum gehört zu den Gründungsmitglieder*innen.

Quelle: Quelle: Industrieverband Hartschaum e.V. (IVH) / Delia Roscher