09. Dezember 2019

Fairer Wettbewerb für Handwerker

(V.L.): FE­LIX DIE­MER­LING (MA­LER- UND LA­CKI­E­RE­RIN­N­UNG RHEIN-MAIN), THO­MAS RAPP­MANN (SA­NITÄR HEI­ZUNG KLI­MA FR­AN­K­FURT) UND AN­DRE­AS HEIN­ZEL­MANN (IN­N­UNG FÜR ELEK­TRO- UND INF­OR­MA­TI­ONSTECH­NI­SCHE HA­ND­WER­KE FR­AN­K­FURT) BEI DER BES­PRE­CHUNG DES NEU­EN LO­GOS. FOTO: MA­LER- UND LA­CKI­E­RE­RIN­N­UNG RHEIN-MAIN

Die Initiative Faires Handwerk der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main verbreitet sich – und hat nun auch Mitglieder anderer Gewerke.  Bislang war die Initiative Faires Handwerk ein Zusammenschluss von Malerbetrieben, die sich gebündelt gegen Lohn-Dumping und Schwarzarbeit positionierten, Transparenz und Rechtssicherheit für Kunden schaffen wollen und sich dafür einsetzen, Arbeitsplätze zu erhalten. Als erste Interessensvertretungen anderer Gewerke haben sich nun die Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt und die Innung für elektro- und informationstechnische Handwerke Frankfurt sowie der Landesinnungsverband des Glaserhandwerks in Hessen angeschlossen.

Gegen Lohn-Dumping, gegen Schwarzarbeit

Allein in der Region Frankfurt, Offenbach und Darmstadt ist die Initiative mittlerweile auf 40 Malerbetriebe angewachsen. Mit dem Zuwachs aus anderen Gewerken öffnet sich die Initiative nun und macht deutlich, dass das Problem von Billiganbietern und unqualifizierten Kräften nicht nur eines des Malerhandwerks ist. Wenn es keinen fairen Wettbewerb gibt, verlieren Unternehmen Marktanteile, sozialversicherungspflichtige angestellte Facharbeiter ihre Arbeit. Auftraggeber wiederum haben bei illegalen Anbietern Haftungsrisiken und bleiben im Gewährleistungsfall oft auf dem Schaden sitzen. Auch dann, wenn Verbraucher einen Handwerker engagieren, der nicht in die Handwerksrolle eingetragen ist. »Fairness im Handwerk spielt auch für unsere Mitgliedsbetriebe eine große Rolle«, sagt erklärt Thomas Rappmann, Vorstandsmitglied und Technischer Leiter der Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt. »Daher haben wir uns der Initiative angeschlossen.«   Kern der Initiative Faires Handwerk ist eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Handwerksbetriebe. In dieser sind Standards definiert, die die gesetzlichen Vorgaben beinhalten und über diese sogar hinausgehen. Ihr wesentliches Merkmal ist die Ausführung der Kernleistungen mit eigenen, sozialversicherungspflichtig angestellten Mitarbeitern. Daneben umfasst die freiwillige Erklärung eine Reihe weiterer Punkte, die die Betriebe etwa zur Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitssicherheit und Datenschutz sowie zur Einstellung von Fachpersonal verpflichten. Kunden soll die Selbstverpflichtungserklärung die Möglichkeit bieten, einen verantwortungsvollen Betrieb, der Wert auf Qualität, Fairness und eine Gewährleistung im Schadensfall legt, zu erkennen.  Mit der Ankündigung der neuen Mitglieder wird es nun auch ein neues Logo geben. Bisher zeigte es drei Schilde als Berufskennzeichen der Maler. Das neue Logo wird ein Handwerksdaumen und lässt sich gewerkeübergreifend nutzen.