05. Oktober 2017

Von 0 auf 100 in Farbe

Egal ob im Straßenverkehr der Heimatstadt oder entlang der Strandpromenade im Urlaub, Sportwagen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich – und das schon bei konventioneller Lackierung. Für Sportwagen-Fans muss der Lamborghini Gallardo LP 560- 4 des Heidelberger Künstlers Carsten Kruse eine Offenbarung auf vier Rädern sein. Denn dieser wartet mit einer ganz besonderen Farbgestaltung auf.

Pop-Kunst auf Folie

Mit seiner unübersehbaren Bemalung reiht sich dieser 560 PS Bolidedaher in eine ganze Reihe berühmter »Art Cars« ein: Calder, Lichtenstein, Warhol, Rizzi oder Koons sind nur einige Namen der prominenten Schöpfer dieser einzigartigen Fahrzeugveredelung. Die ursprüngliche Idee, einen Sportwagen professionell von Künstlerhand gestalten zu lassen, hatte der französische Rennfahrer Herve Poulain bereits Anfang der 70er Jahre. Dieser ließ seinen BMW Rennwagen von Alexander Calder bemalen. Kruses »Art Car« spiegelt die Entwicklung von Kunst und Design wider. Das künstlerische Können wird mit moderner, hochkomplexer Folientechnologie kombiniert. In Landau a. d. Isar wurden die Visionen des Künstlers bei Rebl-Beschriftungen von einem Team von Spezialisten auf den Lamborghini übertragen. Vor der aufwendigen Folgerung testete Kruse seine Ideen an einem dreidimensionalen Modell erarbeitet, um die farbliche Gestaltung mit der Form des Lamborghini in Einklang zu bringen. Eine Technik, die der Fassadenkünstler auch bei der Entwicklung der Entwürfe für seine sogenannten »Bunten Häuser« einsetzt. Mappe berichtete erst im September über das fünfzehnjährige Fassadenjubiläum des Heidelbergers. Im letzten Jahrzehnt hat Kruse eine Technik entwickelt, bei der seine Kunstobjekte mal kalkuliert, mal völlig von jeglicher Komposition losgelöst, mit Farbe bespritzt, bekleckst, beschossen und beworfen. Auf diese Weise entstehen ausdrucksstarke Motive, wie das berühmt-berüchtigte »Bunte Haus» in der Regensburger Drehergasse. Auch das Fahrzeug wurde mit dieser Methode gestaltet – die roten, gelben und orangenen Farbkleckse wirken, als seien sie mit hoher Energie auf den Wagen geschleudert worden. Das erzeugt eine kraftvolle, fast schon explosive Ästhetik.

Ästhetik ist ein Zusammenspiel aus verschiedensten Faktoren

Bei dem Entwurf spielte auch das Zusammenspiel von Design und Sound eine wichtige Rolle. So soll der Lamborghini Gallardo als kleiner, bunter Punkt in der Ferne, in nur wenigen Sekunden mit donnerndem Motorengrollen seine volle Pracht vor dem überraschten Beobachter entfalten. Das extreme Design gewinnt dabei immer mehr an Konturen bis das rasende Pop-Objekt mit einem lauten Knall für Ohren und Augen an einem vorbei schießt. Bereits im Mai 2014 verkündete der tätige Künstler in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen bereits sein Interesse an der Gestaltung eines Autos. Ab Herbst 2017 wird das Kraftpaket in verschiedenen Ausstellungen zu bewundern sein. Die Fahreigenschaften werden durch die Beklebung mit der Spezialfolie übrigens genauso wenig beeinträchtigt, wie der Lack nicht beschädigt wird. Das macht das Ganze auch für Sportwagenbesitzer und Sammler interessant. Für alle Interessierten gibt es gute Neuigkeiten: Carsten Kruse und Franz Rebl, Geschäftsführer von Rebl-Beschriftungen, führen bereits Gespräche über weitere »Art Cars«. Nach Aussage von Kruse soll unter dem Motto »Carsten Kruse Art Cars by Franz Rebl« eine ganze Reihe von diesen rasanten Kunstwerken entstehen. Mehr Informationen zu dem Projekten und früheren Kunstobjekten des Künstlers finden Sie auf der Homepage von Carsten Kruse: www.carstenkruse.com