01. Juni 2017

Dämmen ist Lebensqualität

DER MAP­PE-ROUNDT­ABLE IN MÜNCHEN ER­GAB EIN KONST­RUK­TI­VES GESPRÄCH UN­TER EX­PER­TEN. Foto: Mappe

Dämmstoffsysteme standen in den vergangenen Jahren oft in der Kritik. Das Thema ist bei Bauexperten, sowie Journalisten und Politikern gleichermaßen heiß diskutiert: Erst kam das Material aufgrund seiner  gefährlichen Entflammbarkeit in die negativen Schlagzeilen, dann wollten die Mülldeponien den Stoff nicht mehr annehmen. Die Verunsicherung ist bei der Bevölkerung deutlich spürbar. Mappe hat dazu einen Roundtable im Callwey Verlag München organisiert und Stuckateurmeister Werner Fuest, den Vorstandsvorsitzenden des Fachverbands Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) Rüdiger Lugert, den Verbands-Geschäftsführer Ralf Pasker, den Leiter  der Öffentlichkeitsarbeit des Verbands, Heiko Werf, sowie den Maler- und Lackierermeister Herbert Leierer aus Landsberied zu einem Gespräch eingeladen. Die Gesprächsrunde konnte mit Vorurteilen aufräumen und zeigen, dass Dämmmaßnahmen nach wie vor eine Zukunft haben. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig: Wärmedämmung ist derzeit in Berlin kein Thema. Bis zur Bundestagswahl im September wird sich daran wohl auch nichts ändern – Berlin ist bereits im Wahlkampf, da haben Dämmsysteme wenig Platz. Die Baubranche will sich aber von politischen Meilensteinen nicht beeinflussen lassen und hat Ende März eine neue Aktionsgemeinschaft gegründet, die verlässliche Entsorgungswege   für Dämmstoffabfälle schaffen  will, die das in der Kritik stehende Brandschutzmittel HBCD enthalten. Die Dämmstoffbranche steht auch unter erheblichem Druck, da die derzeitigen Entsorgungswege nur noch bis 31. Dezember 2017 zur Verfügung stehen. Die Gemeinschaft nennt sich »AG EHDA« und setzt sich aus zahlreichen Verbänden aus Handwerk sowie der Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs- und Kunststoffbranche zusammen. Der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme ist auch dabei. Sie wollen durch eine sichere Verwertung, das Flammschutzmittel HBCD aus dem Stoffkreislauf ausschleusen und so weiteren Imageschaden für das Thema  Dämmung, den Klimaschutz und die Branche insgesamt vermeiden. »Beim Thema Klimawandel sollte die Regierung auch an Gebäudesanierungen und Dämmsysteme denken, um die Klimaziele zu erreichen«, erklärt Stuckateurmeister Werner Fuest.  

Lösungsansätze zur Entsorgung von Dämmstoffen

Nach einer kurzzeitigen Chaossituation auf Baustellen, vor allem bei Dachdeckern, gaben einige Bundesländer Erlasse zur Entschärfung der Situation. Die Aktionsgemeinschaft AG EHDA möchte nun gemeinsam mit den Bundesländern und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bis zum Ablauf des aktuellen Moratoriums am 31. Dezember 2017 eine deutschlandweit einheitliche, praxistaugliche Lösung zur Entsorgung solcher Abfälle erarbeiten. Aus Sicht der Aktionsgemeinschaft sollte sich diese Lösung an europarechtlichen Vorgaben orientieren und eine reibungslose Entsorgung gewährleisten. Wollen Sie erfahren, welche Meinungen die anderen eingeladenen Experten bei unserem Branchen-Roundtable geäußert haben? Dann werfen Sie einen Blick in die neue Mappe 06/17, die am 01.06.2017 erscheint. Auf den Seiten 50 bis 52 lesen Sie den gesamten Beitrag. Auch der Fokus–Teil der aktuellen Mappe ist könnte Sie interessieren – auf über 10 Seiten erfahren Sie mehr rund um das Thema Fassadendämmung.