04. Mai 2017

Die Gesellen sind zurück: »Geselle trifft Gazelle« 2017

Die Reise nach Ruanda war zum fünften Mal lehrreich und erfolgreich. Foto: Fachverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Rheinland-Pfalz

Die Gesellen sind aus Ruanda zurück – und das mit bleibenden Eindrücken und erinnerungswürdigen Erfahrungen. Zum fünften Mal haben auch in diesem Jahr wieder sieben junge Malerinnen und Maler aus Rheinland-Pfalz im Rahmen des Programms »Geselle trifft Gazelle« einen lehrreichen Ausflug nach Afrika unternommen. Zehn Tage lang konnte der Malernachwuchs mit ruandischen Berufsschüler/innen zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen. Dieses Jahr strichen die Malerneulinge Klassenräume und eine Küche für körperbehinderte Kinder. Den Abschluss ihres Projekts feierten die Maler/innen beider Kontinente mit Tanz und Gesang zu »Drums Alive« »Geselle trifft Gazelle« – so heißt das Sozial- und Bildungsprojekt, das der Fachverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Rheinland-Pfalz 2013 ins Leben gerufen hat. Jährlich erhalten ihre besten Malergesellen und -gesellinnen – bisher insgesamt mehr als 30 junge Männer und Frauen – die Möglichkeit das rheinland-pfälzische Partnerland kennenzulernen. »Das ist eine einzigartige, persönlichkeitsbildende Erfahrung«, erklärt Geschäftsführer Norbert de Wolf. Er selbst und Heiko Herzog, Vorsitzender des »Geselle trifft Gazelle e.V.«, haben die Rheinland-Pfälzer auch diesmal auf ihrer Reise begleitet. Neben den Gesellenbesten und einer Jungmeistern waren in diesem Jahr erstmals auch zwei Bundessiegerinnen des Leistungswettbewerbs 2015 und 2016 mit von der Partie: Nina Thielvoldt und Antje Harz freuten sich als Mitglieder des Maler National Teams am Programm teilnehmen zu können. Ein besonderer Erfahrungsgewinn war es unter anderem, einige hierzulande längst vergessene Herstellungsprozesse und Materialien wieder zu entdecken. Das mehrfach ausgezeichnete Projekt »Geselle trifft Gazelle« soll nämlich genau das leisten, betont de Wolf. »Wenn alle zusammenarbeiten, kann jeder was vom Anderen lernen«, ergänzt Projekt-Vorsitzender Herzog: »Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen.« Im Zentrum Gatagara leben und lernen rund 300 körperlich behinderte Kinder und Jugendliche, die im angeschlossenen Krankenhaus behandelt werden. Zusammen mit 20 jungen Berufsschüler/innen der nahegelegenen Nyanza Technical School unterstützen die rheinland-pfälzischen Besucher das Behindertennetzwerk in Gatagara und gestalteten Klassenräume in der benachbarten Grundschule Muyanje neu. Der fachliche Austausch der ruandischen Berufs-Schüler/innen mit ihren deutschen Gästen war dabei nicht das einzig Spannende – für viele war es der erste praktische Einsatz überhaupt. Neben der Arbeit lernten die Gesell/innen eine fremde soziale Welt kennen und entdeckten örtliche Schönheiten, wie den großen Markt in Kigali, die Natur im Akagera Park und eine einheimische Farbenfabrik. Abschließend besuchten Sie die Fa. STRAWTEC, eine junge, innovative Firma, die aus einheimischem Getreidestroh hochfeste Wandelemente für den afrikanischen Markt herstellt. Am großen Ruanda-Tag, der am 24. Juni in Hachenburg stattfindet, werden die Teilnehmer ihre unterschiedlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit Ehemaligen besprechen können. Das Projekt wurde bis zum heutigen Tage bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dr.-Murjahn-Förderpreis und dem Hermann-Schmidt-Preis für innovative Berufsbildung. Für die Maler und Malerinnen ist die Teilnahme am Projekt jedoch selbst schon eine Auszeichnung. Hier hatten wir im letzten Jahr schon einen Erfahrungsbericht zum Programm »Geselle trifft Gazelle« veröffentlicht. Fotos: Fachverband Farbe Gestaltung Bautenschutz Rheinland-Pfalz