25. Februar 2013 /

Malerinnungen: Die Verbandsorganisation in unseren Nachbarländern

Malerinnungen in Österreich
In Österreich umfasst das Berufsfeld zwei amtliche Lehrberufe, nämlich den »Maler und Anstreicher« und den »Lackierer«. Der in Deutschland zum Berufsbild zählende Tapezierer (im Bauwesen) ist Teil des Lehrberufs »Tapezierer und Dekorateur«. Die Landesinnungen sind in Österreich eine Fachgruppen der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammern auf Länderebene. Die Wirtschaftskammern vertreten die Interessen der österreichischen Unternehmen. Alle Personen, die einen selbstständigen Betrieb führen, gehören der Wirtschaftskammer kraft Gesetzes als Mitglieder an. Sie sind zur Umlagenzahlung und zur Erteilung jener Auskünfte an ihre Standesvertretung verpflichtet, die diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt. Neben der Bundesinnung der Maler gibt es in Österreich in jedem Bundesland Landesinnungen, d.h. 9 Landesinnungen mit je einem Landesinnungsmeister. Die Mitgliedsbeiträge liegen zwischen 60 Euro in Oberösterreich und 320 Euro in Salzburg. Wichtigste Neuerung ist das 2012 eingeführte neue Berufsbild mit folgenden Schwerpunkten: Funktionsbeschichtungen, historische Maltechnik, Dekormaltechnik und Korrosionsschutz

Malerverband in der Schweiz
Der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV) ist der Branchen- und Arbeitgeberverband des schweizerischen Maler- und Gipsergewerbes. Er vertritt die Interessen der Maler- und Gipserbetriebe der deutschen, französischen und italienischen Schweiz. Robert Helmy, Bereichsleiter Kommunikation führt aus: »Da der Markt sehr kompetitiv und gegenüber andern Branchen nicht immer klar abgrenzbar ist, kann die Anzahl der Betriebe nur angenähert werden. Erhebungen des SMGV weisen aktuell rund 4.300 reine Malerbetriebe und zusätzlich rund 1.200 Mischbetriebe (Maler-Gipser-Betriebe) aus. Der Organisationsgrad beträgt um die 40 %. Rund 4/5 der in einem Verband organisierten Betriebe gehören dem SMGV an, 1/5 der Westschweizer Schwesterorganisation FRMPP. Die Mitgliederzahlen des SMGV bei den Malerunternehmen sind über die letzten 10 Jahre leicht rückläufig. Viele Malerbetriebe sind Ein-Mann-Betriebe, die dem Gesamtarbeitsvertrag nicht unterstellt sind. Zieht man diese von der Gesamtzahl ab, erhöht sich der Anteil der dem Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verband angeschlossenen Betriebe auf 65 bis 70 %. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Die Aufnahme erfolgt über einen der 36 Regionalverbände des SMGV. Der an einer Mitgliedschaft interessierte Betrieb beantragt seine Aufnahme bei einem Regionalverband. Dieser entscheidet über die Aufnahme, mit der automatisch die Aufnahme im SMGV verbunden ist. Die Dienstleistungspalette des Dachverbands ist sehr breit. Sie reicht von der Rechtsberatung über die betriebswirtschaftliche und technische Unterstützung bis hin zu Schulungen, dem Verkauf von Berufskleidung und dem Angebot eines breiten Sortiments an Publikationen und Merkblättern.«

Mehr zum Thema Innungen, ihren Aufgaben und Angeboten lesen Sie hier und in der März-Ausgabe der Mappe (hier zu erwerben).

Bild: Rainer Sturm/Pixelio.de

 
 
 
 
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