25. Februar 2013 / Doris Assfalg

Maler entdecken den Garten

Der Garten gehört zu den Lieblingsorten der Deutschen. 54 % besitzen einen und 32 % geben Gartenarbeit als ihre liebste Freizeitbeschäftigung an. Da liegt es doch nahe, dass der Maler in diesem Feld aktiv wird – Betätigungsfelder gibt es viele. Das fängt beim Pflegen und Beschichten von Gartenmöbeln und Terrassen an endet bei der Erneuerung der Oberflächen von Gartenhütten noch lange nicht. Mehr dazu lesen Sie im März-Heft der Mappe, die Sie hier erwerben können.

An dieser Stelle wollen wir Ihnen schon mal den Malermeister Werner Freund vorstellen. Der 56-Jährige hat sich 1988 mit einem Malerbetrieb selbstständig gemacht. Vor zehn Jahren kam dann ein zweites Standbein hinzu: die Gartengestaltung und -pflege. Unsere Autorin Bärbel Daiber hat den Maler interviewt.

Mappe: Herr Freund wie kam es dazu, dass Sie als Maler auch Gartenarbeiten anbieten?
Werner Freund: Meine Liebe und Leidenschaft fürs Gärtnern habe ich schon länger in meinem eigenen Garten entdeckt und verwirklicht. Ich habe wohl das, was man den grünen Daumen nennt. Die Idee, meine gärtnerischen Fähigkeiten als Dienstleistung anzubieten, kam dann im Kontakt mit meinen Malerkunden. Die klagten mir so nebenbei im Gespräch ihr Leid, dass sie ihren Garten alters- oder zeitbedingt nicht mehr so pflegen können, wie sie es gern hätten. Ich habe ihren Wunsch gehört, den Bedarf erkannt und wollte helfen. Dabei wurde mir klar, dass der Trend bei der immer älter werdenden Bevölkerung generell zu Dienstleistungen in und ums Haus geht und zwar am liebsten aus einer Hand. So habe ich mich mit meinem Betrieb nach dem Kundenwunsch entwickelt. Ich arbeite auch mit anderen Gewerken zusammen, mit denen ich im Unternehmerverband BNI vernetzt bin, und übernehme es gern, Arbeiten und Gewerke zu koordinieren. Ich bin froh, mit den Gartenarbeiten ein zweites Standbein zu haben. Das hat sich so gut entwickelt, dass ich heute oft über Gartenarbeiten, für die ich ursprünglich beauftragt wurde, an Malerarbeiten herankomme.

Mappe: Die Gartenarbeit als Türöffner für Malerarbeiten? Wie geht das?
Werner Freund: Wenn ich bei einem Kunden im Garten beschäftigt bin, dann fällt mir beispielsweise auf, dass die Fenster einen Anstrich gebrauchen könnten oder der Holzgiebel beschichtet werden müsste. Sobald ein gutes Vertrauensverhältnis zum Kunden besteht, spreche ich meine Beobachtungen aus, und biete meine Malerleistungen an. Meist sind die Kunden dann dankbar und beauftragen mich. Ein großes Thema, wo es für jeden Maler Überschneidungen gibt, ist natürlich der Schutz und die Pflege von Holzwerkstoffen im Garten, die ja immer mehr zunehmen. Auch hier ist eine gute Beratung wichtig, damit z. B. die neue Holzterrasse lange schön bleibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Versprechungen der Hersteller, bei bestimmten Hölzern seien keinerlei Beschichtungen erforderlich, nicht richtig sind. Ich biete dann meinen Kunden das Ölen oder Lasieren ihrer Hölzer an. Da ich auch Restaurator im Handwerk bin, macht es mir besondere Freude z. B. einen historischen Gartenpavillon wieder herzustellen.

Mappe: Welche Aufträge aus dem Gartenbereich führen Sie durch?
Werner Freund: Ich arbeite fast ausschließlich für Privatkunden, für die ich sehr viel Pflegearbeiten übernehme wie den Gehölz- und Staudenschnitt, Rasen mähen usw. Dafür stehen mir drei offiziell angemeldete Gartenhelfer zur Seite. Wenn Not am Mann ist, dürfen meine drei Malergesellen auch im Garten mitarbeiten, was für sie eine willkommene Abwechslung ist. Vor allem mein Sohn, auch Malergeselle, begeistert sich genauso wie ich für die Gartenarbeit. Wenn größere oder diffizilere Arbeiten wie eine komplette Gartenplanung oder größere Um -und Neugestaltungen mit Erdbewegungen, Wegebau und Steinarbeiten anstehen, arbeite ich mit einem Gartenarchitekten und einem Garten- und Landschaftsbauunternehmen zusammen. Außer im Privatbereich übernehmen wir auch größere Pflegeaufträge wie z. B. die Außenanlagen eines Kinos in Würzburg. Für Privatkunden haben wir ein besonderes Angebot: Wir bieten ihnen an, bei der Gartenpflege aktiv mitzuarbeiten. Das macht den Kunden Freude, sie haben die Kontrolle, was in ihrem Garten geschieht und können auch noch Geld sparen. Das rechnet sich für uns als Betrieb trotzdem, denn wir setzen unsere Arbeitszeit ja ganz normal an. Meine Devise: Der Kunde bekommt so viel Leistung wie er wünscht und hat so viel Freiraum, wie er braucht.

Mappe: Wie machen Sie Werbung?
Werner Freund: Ich habe meine Visitenkarten und meine Website www.meisterbetrieb-freund.de, aber das meiste läuft über Mundpropaganda. Wenn ich den Garten eines Kunden perfekt gepflegt habe, kommt nicht selten auch der Nachbar, dessen Garten dann im Vergleich ungepflegt wirkt, und möchte nachziehen. Und dann sind da ja auch noch vielerlei Malerarbeiten...

Mappe: Worin sehen Sie noch Vorteile, dass Sie Maler- und Gartenarbeiten anbieten? Gibt es Auftraggeber, die Sie aufgrund dieser Kombination beauftragen?
Werner Freund: Unser Vorteil ist, dass wir Haus und Garten als Ganzes sehen, als Einheit. Wenn ich beispielsweise eine Hausfassade beschichte und dafür ein Gerüst stellen muss, dann gehe ich sehr sensibel mit dem betroffenen Gartenbereichen und Pflanzen um. Das wissen die Kunden und vertrauen mir. Ich bringe auch mal die wertvollen Pflanzen in Sicherheit, indem ich sie kurzfristig umpflanze oder fachgerecht so zurückschneide, dass sie die Baumaßnahme gut überstehen. Es ist einfach wichtig, den Kunden eine Wertschätzung für ihr Eigentum entgegenzubringen,. Da ist es egal, ob ich im Wohnzimmer Malerarbeiten durchführe oder im Garten tätig bin. Für den Kunden ist beides heilig und wenn ich das beachte und meine Arbeit mit Herz und Verstand mache, vertrauen sie mir. So lässt sich der Bogen zwischen den Gewerken ganz einfach spannen. Und egal in welchem Bereich, die Kunden erwarten einen hohen Servicegrad. Das heißt auch immer eine umfassende, fundierte Beratung mit nachvollziehbaren Angeboten: Bei mir gibt es zu 99 % Festpreisangebote. So sind die Kunden auch bereit, den angemessenen Preis zu bezahlen.

Bilder: Foto-Linse Birgit Dörr, Fotografie Katrin Heyer (Portrait)

 
 
 
 
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