26. Februar 2013 / Bärbel Daiber

Innungen: Aufgaben und Angebote

Laut der Handwerksordnung (Gesetz zur Ordnung des Handwerks) sind wesentliche Aufgaben der Innung:

  • Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen ihrer Mitglieder,
  • Pflege des Gemeingeistes und der Berufsehre sowie Förderung eines guten Verhältnisses zwischen Meistern, Gesellen und Lehrlinge,
  • Regelung und Überwachung der Ausbildung nach § 33 Handwerksordnung im Rahmen der Dualen Ausbildung, Abnahme von Gesellenprüfungen,
  • Förderung des handwerklichen Könnens der Meister und Gesellen (z. B. durch Fachschulen oder Lehrgänge),
  • Erstellung von Gutachten und Auskünften über Angelegenheiten der in ihr organisierten Handwerke,
  • Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern und ihren Auftraggebern.


Innungen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie unterstehen der Rechtsaufsicht der jeweiligen Handwerkskammer.Vorstandsvorsitzender der Innung ist der Obermeister, sein Stellvertreter ist der stellvertretende Obermeister. Eine weitere wichtige Funktion im Innungsvorstand bekleidet der Lehrlingswart. Er fungiert problemlösend als Bindeglied zwischen den Lehrlingen und den Ausbildungsbetrieben eines Gewerkes.

Eine Innung bildet zahlreiche Ausschüsse, wie z. B. den Gesellenprüfungsausschuss, der das gesamte Gesellenprüfungswesen im jeweiligen Innungsbereich regelt, oder den Berufsbildungsausschuss, der die Politik in Bildungsfragen eines bestimmten Gewerkes im Wesentlichen mitbestimmt. Ferner gibt es einen Fachbeirat, der für alle fachlichen Fragen als kompetente Anlaufstelle dienen soll, einen Wirtschaftsausschuss und diverse (Streit-)Schlichtungsausschüsse.

Die Innungen eines oder mehrerer Bundesländer und eines Handwerks können sich zu Landesinnungsverbänden zusammenschließen. An ihrer Spitze steht der Landesinnungsmeister. Diese Verbände sind juristische Personen des Privatrechts und haben meist die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Die Dachorganisationen der Innungen auf Bundesebene sind die Bundesinnungsverbände bzw. Zentralfachverbände, welche sich durch Zusammenschluss der Landesinnungverbände bilden können. Der Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) als Zusammenschluss der Zentralfachverbände wiederum ist der bundesweite Arbeitgeberverband des Handwerks in Deutschland.

Die Leistungen einer Innung sind:

  • Aus- und Weiterbildung
  • reduzierte Prüfungs- und andere Gebühren
  • kostenlose Auskünfte und juristische Beratung
  • technische Betriebsberatung
  • betriebswirtschaftliche Hilfestellung
  • Bürgschaftsservice
  • Erfahrungsaustausch und Mitgestaltung in Arbeitskreisen
  • Kampf gegen Schwarzarbeit
  • Lobbyarbeit gegenüber den Kommunen
  • Unterstützung durch Werbemittel
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Nachwuchswerbung
  • günstigere Tarife bei Versicherungen
  • Sonderkonditionen beim Autokauf u.a.


Wie Maler in Österreich und der Schweiz organisiert sind, lesen Sie hier. Mehr Informationen zum Thema Innungen gibt es auch in der März-Ausgabe der Mappe (hier zu erwerben).
Bild: © Steschum/Fotolia.com

 
 
 
 
Neuen Facebook Kommentar hinzufügen: