20. Februar 2013 /

Fachbegriff der Woche: Zinkbeschichtungen

Beschichtungen auf Zinkblech und verzinktem Stahl sind erst nach einer Untergrundvorbehandlung möglich. Ist Zink längere Zeit der Witterung ausgesetzt, bildet sich eine raue Korrosionsschicht, die normalen Beschichtungssystemen aber ebenfalls erst nach richtiger Vorbehandlung ausreichend Haftmöglichkeit bietet. Über die Beschichtung von Verzinkungen gibt das BFS-Merkblatt Nr. 5 Auskunft (herausgegeben vom Bundesverband für Farbe und Sachwertschutz).

Oberflächenvorbereitung von Zinkoberflächen:
Eine sorgfältige Vorbereitung der Zinkoberfläche ist für die Haftfestigkeit der Beschichtung auf dem Zinkuntergrund von ausschlaggebender Bedeutung und sowohl im Innen- als auch im Außenbereich erforderlich. Die Vorbereitung durch Aufrauen, das Entfernen von Schmutz-, Fett- und Ölresten, das Beseitigen von Korrosionsprodukten oder ggf. das Entfernen von Altbeschichtungen dient der Verbesserung der Haftung. Zinkkorrosionsprodukte sind z. B. mittels ammoniakalischer Netzmittelreinigung zu entfernen. Bei größeren Flächen wird Sweep-Strahlen empfohlen. Alternativ kann die Anwendung mit heißem Wasser, Druckwasser-, Dampfstrahlen oder Bearbeiten mit Handwerkzeugen oder maschinellen Werkzeugen zweckmäßig sein.

Beschichtungen auf Zink, die trocknende Öle oder mit trocknenden Ölen modifizierte Alkydharze enthalten, verspröden frühzeitig und verlieren ihre Haftung. Die Enthaftung kann hier insbesondere durch Zinkseifenbildung am Untergrund verursacht werden, wenn z.B. Fettsäuren oder andere Spaltprodukte des Bindemittels direkt oder über durchlässige Grundbeschichtungen mit der Zinkoberfläche reagieren. Daher ist die Anwendung von sogenannten Universal-Primern auf Alkydharzbasis ausgeschlossen. Ein- oder Zweikomponentenwashprimer, die früher am Bau für Zinkoberflächen empfohlen wurden, sind als Haftgrundmittel auf Zink und verzinktem Stahl wegen ihrer hohen Feuchtigkeitsempfindlichkeit und der geringen Schichtdicke hier nicht geeignet. Es sind Spezialzinkbeschichtungsstoffe im Handel, die haftungsvermittelnde Zusätze enthalten und eine Vorbehandlung in jedem Fall erübrigen. Für die Beschichtung von Zinkflächen sind v. a. Zweikomponenten-Systeme (PUR und EP-Harze) und Polymerisatharzlackfarben geeignet, außerdem Dispersionsfassadenfarben als Grund- und Deckbeschichtung und Dispersionslacke als Schlussbeschichtung.

Quelle: MalerLexikon, Callwey-Verlag

© Bernd Ducke/MAPPE

 
 
 
 
Neuen Facebook Kommentar hinzufügen: