02. März 2013 /

Fachbegriff der Woche: Anlegemittel

Alle Mittel, die für Vergoldungen, Versilberungen und zum Metallisieren als klebender Auftrag verwendet werden können, bezeichnet man als Anlegemittel. Dazu zählen Anlegeöle, Anlege- bzw. Vergoldermilch, Eigelb- und Wachsmordent, sowie Öl- und Alkydharzlacke oder Anlegemittel auf Polyurethanbasis. Entsprechend der vorgegebenen Trockenzeiten können Blattmetalle, aber auch Metallpulver sofort oder nach Stunden bzw. Tagen eingelegt bzw. eingestaubt werden.

Anlegeöle sind trocknende Öle, mit Harzen gemischt, mit oder ohne Pigmentzusatz. Sie werden bereits seit dem 1. Jahrhundert nach Chr. als Anlegemitel verwendet. Das am meisten verwendete Anlegeöl ist seit dem 19. Jh. das französische Mixtion. Die heute auf dem Markt erhältlichen Anlegeöle werden als kurztrocknend (3 Std. Mixtion) oder als langtrocknend (12 Std. Mixtion) angeboten. Anlegeöle können geringfügig pigmentiert und verdünnt werden.

Aufträge müssen dünn erfolgen, ggf. entfernt man überschüssiges Anlegeöl mit einem Baumwoll- oder einem Lederballen. Je trockener der Auftrag bei gleichzeitig noch vorhandener Klebkraft ist, desto schöner wird der Glanz, z.B einer Ölvergoldung.

Anlegemilch, auch als Vergoldermilch bezeichnet, ist ein Dispersionsbindemittel mit Wachszusatz für Vergoldungen. Siw kann nach dem Auftrag bereits nach 15 Minuten und bis zu mehreren Tagen mit Blattgold belegt werden.

Für den Materialauftrag der Anlegemittel setzt man Anlegepinsel ein. Die Pinselqualität richtet sich nach Anlegemittel, Flächengröße und Auftragstechnik. Für Anlegeöle werden meist Borstenpinsel verwendet, die einen mageren Auftrag ermöglichen. Für den Mixtionauftrag in der Maltechnik verwendet man entsprechende Haarpinsel.

Quelle: MalerLexikon, Callwey-Verlag

Foto: Bernd Ducke/Mappe

 
 
 
 
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